Akupunktur bei Heuschnupfen

Heuschnupfen und andere Allergien

 

Zur Wirkung der Akupunktur bei der Behandlung von Heuschnupfen können Sie die beiden folgenden Artikel “Akupunktur kann Heuschnupfen lindern” aus der Süddeutschen Zeitung vom 19. Februar 2013 sowie “Klinische Wirksamkeit von Akupunktur bei Heuschnupfen wissenschaftlich bestätigt” ausdem Newsletter März 2013 der Societas Medicinae Sinensis lesen:


Süddeutsche Zeitung vom 19. Februar 2013

Akupunktur kann Heuschnupfen lindern

Die Wirkweise der Akupunktur ist wissenschaftlich nicht erklärt. Dennoch konnten zwei Studien eine lindernde Wirkung bei Patienten mit Pollenallergie feststellen.

Akupunktur lindert die Beschwerden bei Heuschnupfen: Die Patienten nehmen weniger Antihistaminika und haben eine höhere Lebensqualität. Das ist das Ergebnis einer Studie von Benno Brinkhaus von der Berliner Charité (Annals of Internal Medicine, Bd. 158, S. 225, 2103).

Auch wenn die Wirkweise der Akupunktur wissenschaftlich bisher nicht erklärt ist, erfüllt die Studie die Ansprüche der evidenzbasierten Medizin. So wurden die 422 Patienten mit Birken- oder Gräserpollenallergie den Behandlungsgruppen mit Hilfe eines statistischen Programms (und nicht willkürlich) zugeordnet. Eine Gruppe erhielt zwölf Akupunkturbehandlungen in acht Wochen; eine zweite bekam Scheinbehandlungen, bei denen die Nadeln nur oberflächlich gesetzt wurden; und eine dritte Gruppe wurde erst nach acht Wochen genadelt. Weder Patienten noch Auswerter wurden über die Zuordnung informiert.

Dennoch ergab sich ein signifikanter Effekt: Die Akupunktur-Patienten setzten weniger als halb so viele Antihistaminika ein wie die Kontroll-Patienten. Die Wirkung hielt sogar im nächsten Frühjahr an, ohne dass erneut Nadeln gesetzt wurden.

Erst vor kurzem hatten andere Forscher einen Effekt der Methode bei Allergien belegt (Allergy, Bd. 68, S. 365, 2013). “Solange man den Wirkmechanismus nicht vollständig versteht, wird die Akupunktur auf dem Prüfstand stehen”, sagt Brinkhaus. “Aber vieles spricht für eine antiallergische Wirksamkeit.”


Newsletter der SMS (Societas Medicinae Sinensis – Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin e. V.) März 2013

Klinische Wirksamkeit von Akupunktur bei Heuschnupfen wissenschaftlich bestätigt

In der aktuellen Ausgabe der Annals of Internal Medicine vom 19.2.2013 wurden die Ergebnisse der ACUSAR-Studie (Acupuncture in Seasonal Allergic Rhinitis) publiziert. Diese Studie, die 2008 -2011 multizentrisch in Deutschland durchgeführt wurde, bestätigt wissenschaftlich, dass Akupunktur bei Heuschnupfen klinisch signifikante Effekte zeigt – auch im Vergleich zu einer sogenannten Schein-Akupunktur (sham).

In dieser Studie wurden insgesamt 422 randomisierte Patienten mit Gräser- und Birkenpollen-Allergie behandelt: 212 Patienten erhielten Verum-Akupunktur, 102 Patienten Sham (Schein)-Akupunktur und 108 Patienten mit Bedarfsmedikation waren in einer Wartegruppe als Kontrolle. Diese wurden nach 8 Wochen ebenfalls zusätzlich mit Akupunktur behandelt.

Nach 12 Akupunkturbehandlungen innerhalb von 8 Wochen waren die Beschwerden der Patienten in der Akupunktur-Gruppe nicht nur im Ver-gleich zur Kontrollgruppe, sondern auch im Vergleich zur Scheinakupunktur-Gruppe signifkant geringer. Akupunktur führte zu einer deutlichen und signifikant besseren Lebensqualität und geringerem Bedarf an Antihistaminika.

Diese Ergebnisse deuten auf spezifische Effekte der Akupunktur bei Allergie hin. Dies wurde auch in einer anderen, kürzlich publizierten Studie bei Patienten mit ganzjähriger Rhinitis bestätigt (Choi SM et al. Allergy 2012). Damit scheint die wissenschaftliche Nachweislage (bisher positiv für Schmerztherapien, Übelkeit und einige gynäkologische Krankheiten) auch für die Allergiebehandlung mit Akupunktur gegeben.